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Zitate über Gott und die Welt - Grosse Zitatensammlung
Fotoquelle: Bing.com.
Zitate, Lebensweisheiten, Aphorismen, Spirituelles

Zitate über Gott und die Welt - Grosse Zitatensammlung
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Zitate, Lebensweisheiten, Aphorismen, Spirituelles

Mach Licht in deinem Herzen an.
Dann kommt Licht in deine Augen,
und du siehst lauter schöne Dinge
und lauter liebe Menschen.
Phil Bosmans
An der Tür,
mit der du die Vergangenheit zuschließt,
steht nur ein Wort:
Vergebung.
Denken wir daran,
was Menschen alles mit Menschen machen,
was Menschen alles mitmachen,
was Menschen voneinander zu ertragen haben,
dann kann Frieden nur durch Vergebung werden.
Jedes Wort und jede Geste,
die Vergebung schenkt,
trägt bei zum Frieden.
Phil Bosmans
Wenn die Krise
alles verfinstert hat,
werden Kinder des Lichts
die Sterne anzünden.
Phil Bosmans
Einfache Menschen -
wunderbare Menschen.
Menschen, von denen
ohne viel Aufhebens ein Strom der Liebe
in die Welt ausgeht.
Sie sind Oasen in unserer Wüste,
sie sind Sterne in unserer Nacht.
Phil Bosmans
Das Kreuz ist eine Realität in jedem Menschenleben. Aber immer weniger Menschen sind ihm gewachsen. Sie nehmen es nicht mehr hin und ertragen nicht seine Last...
Aber du kannst es nur tragen, wenn du den Sinn des Kreuzes begreifen lernst. Das Kreuz bringt dich zur Wahrheit zurück. Zu der Wahrheit, daß du ein armer,
schwacher, verwundbarer Mensch bist. Es befreit dich von den Dingen... Es wird dich nicht von deinem Leiden erlösen, aber von der Sinnlosigkeit des Leidens.
Du kannst wieder Mensch werden.
Phil Bosmans
Der Himmel, der ist,
ist nicht der Himmel, der kommt,
wenn einst Himmel und Erde vergehen.
Der Himmel, der kommt,
das ist der kommende Herr,
wenn die Herren der Erde gegangen.
Der Himmel, der kommt,
das ist die Welt ohne Leid,
wo Gewalttat und Elend gesiegt sind.
Der Himmel, der kommt,
das ist die fröhliche Stadt
und der Gott mit dem Antlitz des Menschen.
Der Himmel, der kommt,
grüßt schon die Erde, die ist,
wenn die Liebe das Leben verändert.
Kurt Marti (1971)
Eine Frau ging ihres Weges. Da sah sie ein Mann und folgte ihr. Die Frau fragte ihn: "Weshalb läufst du mir nach?" Der Mann gab ihr zur Antwort: "Weil ich mich in dich verliebt habe!"
Da sagte die Frau zu ihm: "Wie kannst du dich denn in mich verlieben? Meine Schwester ist viel schöner als ich; sie kommt hinter mir drein. Geh und verliebe dich in sie!" Da kehrte der Mann um, und suchte nach der Schwester. Aber er traf nur eine Frau, welche häßlich war! Da wurde er sehr ärgerlich, ging wieder zu der ersten und sagte zu ihr: "Warum hast du mich angelogen? Deine Schwester ist viel häßlicher als du!"
Die Frau aber sagte zu ihm: "Du hast mir doch auch nicht die Wahrheit gesagt! Denn wenn du dich wirklich in mich verliebt hättest - warum bist du dann zu der anderen gelaufen?" Da schämte sich der Mann...
Aus Indien
Wer den lebendigen Gott von Angesicht zu Angesicht sehen will,
soll ihn nicht am leeren Firmament seiner Gedankenwelt suchen,
sondern in der Menschenliebe.
Fjodor M. Dostojewskij
Für viele Menschen hängt ihr Glück von tausenden Dingen ab.
So fehlt ihnen logischerweise immer etwas zum Glücklichsein.
Wenn sie ihr Glück allein von der Liebe abhängig machen würden,
könnten sie ihr Glück in tausenden Dingen entdecken.
Ernst Ferstl
Weissagung
In der Taiga, nördlich von
Novosibirsk, brütet ein Vogel neun
Junge aus. Sie werden im Herbst, wenn der
Wind günstig ist, fliegen nach
Gibraltar mit brandroten Flügeln.
Südlich der Antillen, beim
siebzigsten Längengrad, starrt ein
Fisch ins gelbe Gewässer, bewegt die
Kiemen geduldig. Er wartet auf den
Untergang unserer Schiffe.
Am Kongo, unweit der
Wüste Lahama, schreibt ein schwarzhäutiger
Boy das Wort JESUS auf eine
Schiefertafel. Er seufzt, doch er wird
den Asphalt Europas missionieren.
Rudolf Otto Wiemer (1905-1998)
Glücklich ist der Mensch,
der seinen Nächsten trägt in seiner ganzen Gebrechlichkeit,
wie er sich wünscht,
von jedem getragen
zu werden in seiner
Schwäche.
Franz von Assisi
Ich bin sowohl Vegetarier
als auch überzeugter Antialkoholiker,
weil ich so besseren Gebrauch von meinem Gehirn machen kann.
Thomas A. Edison
Sie haben gerade ein Stück Fleisch zu Mittag gegessen,
und egal in welch taktvoller Distanz der Schlachthof von Ihrem Zuhause entfernt liegt, -
und seien es auch mehrere Kilometer außerhalb der Stadt, -
Sie sind mitschuldig!
Ralph W. Emerson
Laß deine Liebe der Sonne gleichen,
die alle Geschöpfe der Erde bescheint
und keinen Grashalm dem anderen vorzieht.
Evangelium der Essener
Ich sage euch wahrlich,
euer Körper wurde nicht nur zum atmen, zum Essen und Denken geschaffen, er wurde auch geschaffen, um in den heiligen Strom des Lebens einzutreten. Und eure Ohren, wurden nicht nur geschaffen, die Worte der Menschen zu vernehmen, den Gesang der Vögel und die Musik des fallenden Regens; sie wurden auch geschaffen, den heiligen Strom des Tones zu hören. Und eure Augen, wurden nicht nur geschaffen, den Aufgang und Untergang der Sonne zu sehen, das Geriesel der Getreidegarben und die Worte der heiligen Schriftrollen; sie wurden auch geschaffen, den heiligen Strom des Lichts zu sehen.
Eines Tages wird euer Körper zur Erdenmutter zurückkehren, sogar eure Ohren und Augen. Aber der heilige Strom des Lebens, der heilige Strom der Töne und der heilige Strom des Lichts - sie wurden niemals geboren und können niemals sterben.
Betretet die heiligen Ströme, auch jenes Leben, jenen Ton und jenes Licht, das euch erschuf; auf das ihr im Reich des himmlischen Vaters ankommt und eins mit ihm werdet, so wie sich ein Fluß in das weit entfernte Meer ergießt.
Mehr kann nicht mehr gesagt werden, denn die Heiligen Ströme werden euch zu jenem Orte führen, an dem es keine Worte mehr gibt und selbst die heiligen Schriftrollen können diese Geheimnisse nicht mehr festhalten.
Evangelium der Essener
Ich glaube,
daß spiritueller Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt,
daß wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer Körperlichen Genüsse zu töten.
Die Größe und den Fortschritt einer Gesellschaft kann man daran ermessen, wie sie die Tiere behandelt.
Mahatma Ghandi
Der Schatten
Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir
ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze
zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist,
genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit
entfernten Gegenständen gibt. Alle Dinge, die kleinsten
und grössten, die niedrigsten und höchsten, sind in dir
vorhanden als ebenbürtig. Ein einziges Atom enthält alle
Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes
beinhaltet alle Gesetze des Lebens. In einem einzigen
Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen
Ozeans. Eine einzige Erscheinunsform deiner selbst
enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.
Khalil Gibran
Ich glaube,
daß wir einen Funken jenes ewigen Lichts in uns tragen,
das im Grunde des Seins leuchten muß
und welches unsere schwachen Sinne nur von Ferne ahnen können.
Diesen Funken in uns zur Flamme werden zu lassen
und das Göttliche in uns zu verwirklichen,
ist unsere höchste Pflicht.
Johann Wolfgang von Goethe
Stille ist für den Geist des Menschen das,
was seinem Körper die Luft zum Atmen ist. Wo die Stille fehlt, kann der Geist weder reifen noch leben. Das Stillsein und das schweigende Verweilen in der Gegenwart ist der Schlüssel zur Kreativität, zum Schöpferischen in uns.
Wir können sicher sein, daß die Kraft in unserem Inneren unter den vielen erlösenden Ideen die eine - für uns richtige - aufleuchten läßt
In dieser Stille, die höchste Gespanntheit und Aktivität ist, verbindet sich unser menschliches und geistiges Bewußtsein harmonisch miteinander, und unser Wissen wird zur erkennenden Weisheit, daß heißt unser kleines menschliches Leben hat Teil am universellen Leben. Wir gewahren dann, daß unsere innere Kraft weiter reicht und mehr vermag als alle Mächte der äußeren Welt.
In der Stille lernt der Mensch die hohe Qualität seiner wahren Natur anzuerkennen.
Anneliese Harf
Das Licht
Ich sah einen Kleinen Jungen, der trug ein Licht.
Ich fragte ihn: "Wo ist denn das Licht her?"
Da blies er es aus und fragte zurück:
"Kannst Du mir sagen, wo es nun hingegangen ist?"
Hassan v. Basra
Gott kann nicht durch laute und kraftvolle Worte beeindruckt werden, und er hat sie auch nicht nötig. Er ist fürwahr die Seele unserer Seele und hört den leisesten Tritt einer Ameise. Er kennt unsere Nöte weit besser als wir selbst und lange bevor sie uns überhaupt bewußt werden.
Kirpal Singh
Der Meister bringt nichts von außen in uns hinein, denn Gott ist schon in uns.
Er zieht nur unsere nach außen gerichtete Aufmerksamkeit zurück, so daß sie die Wahrheit sehen kann.
Kirpal Singh
Viele Menschen, die in Wirklichkeit tot sind, spazieren auf der Straße herum,
und viele, die in ihren Gräbern liegen, leben in Wirklichkeit noch.
Abul Hasan Khirqani
Was der Mensch nicht vollständig lesen kann, wird zu Zeichen, Buchstaben, Noten; hinter ihnen verbirgt sich die volle Wirklichkeit. Für den Nicht-Lesenden sind die Zeichen aber selbst Wirklichkeit, während sie für den, der lesen lernt, Samen sind, die in ihm aufgehen. Er vermag langsam aus den harten Körnern das schlafende Leben zu entzaubern.
Georg Kühlewind
Leben ist das,
was an uns vorbeigeht,
während wir
damit beschäftigt sind,
andere Pläne zu schmieden.
John Lennon
Viele kleine Leute,
in vielen kleinen Orten,
die viele kleine Dinge tun,
können das Gesicht der Welt verändern.
Spruchweisheit der Mandika, Afrika
Musik ist, wie jede wahre Kunst,
eine Erfahrung die man teilen,
aber nicht beurteilen sollte.
Pat Martino
Unser Kopf ist rund,
damit unser Denken die Richtung ändern kann.
Miranda
In jedem von uns lebt eine Stille, eine Stille so weit wie das Universum.
Wir fürchten sie.
Und sehnen uns doch gleichzeitig nach ihr.
Wenn wir diese Stille erfahren, erinnern wir uns daran, wer wir eigentlich sind. Sternenwesen, die bei der Geburt von Galaxien erschaffen wurden, entstanden aus der allmählichen Abkühlung dieses Planeten. Aus Gas und Staub, aus den vier Elementen, geschaffen von Raum und Zeit,
- Kinder der Stille.
Das Schweigen ist der Ursprung allen Lebens. Die unergründliche Stille, die allmählich zu schwingen begann, die ersten Wellen, das erste Wort hervorbrachte, aus dem das Leben entstand. Das Schweigen ist unsere tiefste Natur, unser Zuhause, unser gemeinsamer Ursprung, unser Frieden. Die Stille enthüllt, die Stille heilt. In der Stille wohnt Gott.
Wir wünschen uns so sehr, dort zu sein, wünschen uns sie miteinander zu teilen.
Gunilla Norris
Ich suchte dich, doch konnte ich dich nicht finden.
Ich rief laut nach dir vom Minarett.
Ich läutete die Tempelglocke beim Aufgang und Untergang der Sonne,
ich badete vergebens im Ganges,
enttäuscht kam ich von der Kaaba zurück.
Ich schaute mich um auf der Erde,
ich suchte nach dir im Himmel,
aber zuletzt habe ich dich gefunden
als verborgene Perle in der Muschel meines Herzens.
(Hazrat Inayat Khan)
Jedes geistbegabte Geschöpf, Engel oder Mensch, besitzt zwei Hauptfähigkeiten:
Die Fähigkeit zu Erkennen und die Fähigkeit zu Lieben.
Der Schöpfer beider Fähigkeiten ist Gott.
Aber während er für die Erste immer unbegreiflich bleibt,
wird er doch erreichbar für die zweite - in verschiedenem Maß,
je nach Stufe eines jeden.
Nur die Seele, die liebt, kann Kraft ihre Liebe den erreichen,
der allein genügt, um alle Seelen und alle Engel, die je
geschaffen wurden, zu sättigen.
Das Wunder der Liebe: Sie hört niemals auf, weil Gott sie
unaufhörlich erneuert. Und warum?
Weil er geliebt und nicht gedacht werden kann.
Die Liebe kann ihn fassen und halten, das Denken nicht,
niemals.
Rosegger

Raucherzitate
Willst du drei Tage glücklich sein,
schlachte ein Schwein.
Willst du acht Tage glücklich sein,
heirate.
Willst du den Rest deines Lebens glücklich sein,
lerne zu rauchen und gib niemals die Pfeife auf.
(Altes französisches Sprichwort)
Die Zigarre ist für alle Sinne gemacht,
für die Nase, den Gaumen, die Finger, die Augen, ja, sie wendet sich sogar an das Ohr.
Eine edle Zigarre trägt die Verheißung vollkommener Wonne in sich.
Jeder, der eine meiner Zigarren geraucht hat, ist ein Freund,
da ja in dieser einen Zigarre die Erfahrung meines Lebens mit eingewickelt ist.
(Zino Davidoff)
... in dem Augenblick, in dem ein Mann zur Pfeife greift, wird er zum Philosophen. Sie ist dem Armen ein Freund, sie beschwichtigt die Sinne, mildert das zornige Gemüt und lässt uns Widrigkeiten gelassen ins Auge blicken. Sie hat mehr treffliche Männer, gute Ehegatten, wohlwollende Dienstherren und langmütige Väter hervorgebracht, als jede andere Schöpfung auf dieser gesegneten Erde.
(Thomas Chandler Haliburton, 1836)
Demjenigen, der sich von den Ungewißheiten und der Gewalt in der Welt bedroht fühlt, schenkt die Pfeife den Trost des In-sich-Gekehrtseins und des Traums; und demjenigen, der sich einsam und allein fühlt, schenkt sie durch die Zeremonie, die mit ihr verbunden ist und die er immer mit anderen teilen kann, den Trost geselligen Beisammenseins.
Alexis Liebaert/ Alain Maya: Die Welt der Pfeife, 3. Auflage München 1994
Eine Zigarette ist wie ein rascher Flirt,
eine Zigarre ist wie eine anspruchsvolle Geliebte,
die Pfeife aber ist wie eine Ehefrau.
Michael Ende (1929-1995)
Eigentlich benutzen wir den Tabak, um mit dem Großen Geist in Verbindung zu treten.
Wir fühlen, dass durch den Rauch, der zum Himmel steigt,
die Botschaften zum Großen Geist getragen werden, der im Himmel ist und zu dem ich spreche.
Toni Little Cloud, Sioux Indianer (1988)
Menschen, die nicht rauchen,
haben entweder keine große Trauer gekannt
oder verweigern sich dem sanftesten Trost,
der dem Trost des Himmels am nächsten kommt.
Edward George Bulwer-Lytton (1803-1873)
Mögen sie sich doch zum Teufel scheren,
jene Schwätzer mit den weisen Lehren,
dass mich Nikotin und Koffein bedroht.
Auf dergleichen braucht man nichts zu geben,
denn zum Schluß ist unser ganzes Leben
ungesund und führt uns in den Tod.
Auch Nichtraucher müssen sterben.
Friedrich Torberg (1908-1979)
Für den Menschen gibt es drei spirituelle Stadien.
Im ersten schenkt er Gott keinerlei Beachtung, aber vergöttert alles und dient ihm:
Frau oder Mann, Reichtum und Kinder, Steine und Äcker. Aber Gott betet er nicht an.
Wenn er ein wenig Wissen und Bewußtheit erworben hat, dann dient er nur noch Gott.
Und wenn er nach diesem Stadium noch weitergeht, dann verstummt er.
Sodann sagt er weder "ich diene Gott nicht" noch "ich diene Gott",
denn er hat diese beiden Stufen überschritten.
Maulana Rumi
Nimm den Schleier von deinem Gesicht,
damit du mich als den Spiegel deines wahren Gesichtes sehen kannst,
auf daß du erkennen kannst, daß ich ein Spiegel bin.
Maulana Rumi
Halt an, wo läufst Du hin
der Himmel ist in Dir,
suchst Du ihn anderswo
fehlst Du ihn für und für !
Angelus Selesius
Ich betrete Neuland.
Ganz sachte, vorsichtig tastend gehe ich voran, daß ich es nicht verletze.
Es ist heilige Erde, gesegnetes Land.
Ich habe etwas hinter mir gelassen.
Die Brücke, über die ich gekommen bin, ist zusammengebrochen.
Die alten Sicherheiten existieren nicht mehr.
Ich betrete es noch mit einer Mischung aus Angst, tiefer Angst und freudiger Erwartung.
Da gibt es Augenblicke, da spüre ich meine Nacktheit bis hin zum Schmerz.
Aber doch gibt es jetzt Momente, da fühle ich Glücklichsein, wie nie zuvor - heiliges Glück.
Es sind nicht die Menschen oder die Dinge, die anders sind.
Es sind die Farben, die anders sind, in diesem strahlenden Licht.
Worte haben ein anderes Gewicht. Die Klangfarben der Töne sind anders.
Bindungen, Begrenzungen lösen sich im Innen auf.
Ich bin an ein neues Ufer gesprungen. Noch habe ich keine neuen Sicherheiten bezogen.
Aber ich habe da eine Liebe gefunden, die wie aus einem geöffneten Herzen,
die wie die unendliche Musik, wie das hellste Licht sich mir offenbart.
Draußen wird das Jahr dunkler. Alles stirbt. Auch in mir stirbt ständig etwas.
Aber dieses Sterben, dieser bewußte, ständige Tod, ist der Aufbruch zum Leben.
Ich opfere und erhalte die Überfülle der Liebe aus Klang und Licht.
R. Seewald
Ein Tropfen, der aus einer Regenwolke fiel,
erschrak vor der Weite der See:
"Wer bin ich in der Unermeßlichkeit des Ozeans?
Wenn ER ist, dann bin ich in Wahrheit nicht!"
Während er sich mit den Augen der Verachtung betrachtete,
nährte ihn eine Muschel in ihrem Schoß.
Der Himmel lenkte die Geschicke so,
dass eine berühmte, eine königliche Perle heranwuchs:
Aus der Tiefe stieg er zur Höhe empor
und klopfte an die Tür des Nichts:
Bis das Sein heraustrat.
Idries Shah
Jene, die nicht bereit sind
ihr Denken zu ändern,
vermögen überhaupt nie etwas zu ändern.
Bernard Shaw
Gott durchdringt das gesamte Universum.
Er trägt das Kleid eines Bettlers.
Er stöhnt vor Schmerz unter der Maske eines Kranken.
Er wandert in Lumpen gehüllt durch die Wälder.
Öffne Deine Augen; sieh ihn in allen.
Diene allen.
Liebe alle.
Swami Sivananda
Kindlich zu sein ist gut, aber kindisch zu sein, ist nicht gut.
Hingebungsvoll zu sein ist gut, aber erregbar zu sein, ist nicht gut.
Einen starken Willen zu haben, ist gut, aber eigensinnig zu sein, ist nicht gut.
An seinem Ideal festzuhalten, ist gut, aber intolerant zu sein ist nicht gut.
Mutig zu sein, ist gut, aber sich der Gefahr auszusetzen, ist nicht gut.
Aufrichtig zu sein, ist gut, aber die Fehler eines anderen bloßzustellen, ist nicht gut.
Sei mild, aber fest und entschlossen;
sei sanft aber kühn;
sei tiefsinnig, aber freimütig;
sei demütig, aber mutig;
sei einfach, aber würdig.
Swami Sivananda
Was Dir Frieden, Freude, Befriedigung und Heiterkeit verleiht und Dein Herz ausweitet, das ist Tugend.
Was Dir Unruhe, Verdruß und Niedergeschlagenheit verursacht und Dein Herz einengt, das ist Sünde.
Swami Sivananda
Wir sollten essen, was die Natur uns freiwillig gibt.
Das was vor uns wegläuft und das was wir erst einfangen und töten müssen, ist nicht für uns bestimmt. Das ist eine Grausamkeit, und nur wer nicht zu lieben gelernt hat, kann dies tun.
Wenn eine Frucht reif wird, verändert sich ihre Farbe, sie wird größer und sie sagt uns:" Ich bin reif, bitte pflücke mich !
Wenn Du mich nicht ißt, werde ich herunterfallen und verderben." Ebenso ist es mit dem Getreide und anderen Pflanzen.
All das erhalten wir als ein Geschenk Gottes und dies ist zu unserer Nahrung bestimmt.
Thakar Singh
Gott wohnt in jedem Menschen, und wenn wir Ihn finden wollen, dann können wir Ihn nur in den Tiefen unseres Herzens begegnen. Dort ist er zuhause. Das ist der einzige Ort, an dem Gott wohnt.
Thakar Singh
Was der Mensch an sich oder anderen nicht bessern kann, das muß er mit Geduld tragen, bis Gott es anders macht.
Lerne die Fehler deiner Mitmenschen und all Ihre Schwächen mit Geduld tragen; denn auch Du hast viele an denen die anderen tragen müssen.
Du kannst nicht mal aus dir selbst den Menschen schaffen, den du gerne möchtest; wie wirst du dann einen anderen nach deinem Sinne und Gefallen ändern können?
Thomas von Kempen
Wir sähen es gern, daß die anderen keine Fehler hätten; aber unsere eigenen Fehler wollen wir nicht bessern.
Wir sähen es gern, daß andere in strenge Zucht genommen würden; für uns aber lehnen wir die gleiche Strenge ab.
Wir haben großes Mißfallen daran, daß anderen so vieles, was sie wider die Ordnung begehren gestattet wird, und können es nicht leiden, daß uns auch nur das geringste, was wir haben wollen versagt wird. Wir wünschen, daß andere durch schärfere Verordnungen im Zaum gehalten werden, und können es selbst nicht ertragen, daß unsere Freiheit auch nur im geringsten beschränkt wird.
So liegt es also offen zu Tage, wie selten wir den Nächsten im gleichen Maße beurteilen, wie uns selbst.
Thomas von Kempen
Was können wir von einer Religion erwarten,
die das Leid der Tiere ausklammert?
Richard Wagner
Beten ist, wenn der Mensch mit Gott spricht.
Meditation ist, wenn Gott mit dem Menschen spricht.
Yogananda
Wir sollten nicht versuchen unsere Probleme zu lösen,
sondern versuchen uns von den Problemen zu lösen.
Kirpal Singh
Wir sind alle Schüler des großen Geheimnisses des Lebens.
Kirpal Singh
Gütige Herzen sind die Gärten
Gütige Gedanken sind die Wurzeln
Gütige Worte sind die Blüten
Gütige Taten sind die Früchte
Kirpal Singh
Was ist ein wahres Geheimnis ?
Etwas, das für jeden offen da liegt -
und der eine erkennt es,
der andere jedoch nicht.
Lao-tse
Wenn Tao (Gott) verloren geht, kommt die Tugend.
Wenn die Tugend verlorengeht, kommt die Wohltätigkeit.
Wenn die Wohltätigkeit verlorengeht, kommt die Gerechtigkeit.
Wenn die Gerechtigkeit verlorengeht, Kommen die Moralregeln.
Lao Tse
Pflichtbewußtsein ohne Liebe macht verdrießlich
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart
Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig
Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerich
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch
Macht ohne Liebe macht grausam
Ehre ohne Liebe macht hochmütig
Besitz ohne Liebe macht geizig
Glaube ohne Liebe macht fanatisch
Lao tse
"Wer da sagt : schön
schafft zugleich: unschön.
Wer da sagt : gut,
schafft zugleich : ungut.
Bestehen bedingt : nicht bestehen,
verworren bedingt : einfach,
hoch bedingt : nieder,
laut bedingt : leise,
bedingt: unbedingt,
jetzt bedingt : einst.
Also der Erwachte :
Er wirkt, ohne zu reden,
er sagt, ohne zu reden.
Er trägt alle Dinge in sich
zur Einheit beschlossen.
Er erzeugt, doch besitzt nicht
er vollendet Leben,
beansprucht nicht Erfolg.
Weil er nicht beansprucht,
erleidet er nie Verlust."
Laotse
Derjenige der andere kennt,
ist weise;
derjenige, der sich selbst kennt,
ist erleuchtet.
Laotse
Warum ist das Meer der König aller Flüsse und Ströme?
Weil es niedriger liegt als sie.
Lao-tse
Die drei Siebe des Weisen
Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte:
"Höre, Sokrates, das muß ich dir erzählen!"
"Halte ein!" unterbrach ihn der Weise, "hast du das,
was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.
"Ja, guter Freund! Laß sehen, ob das, was du mir sagen willst,
durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit.
Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?"
"Nein, ich hörte es erzählen und..." "So, so! Aber sicher hast du
es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das,
was du mir erzählen willst gut?" Zögernd sagte der andere:
"Nein, im Gegenteil..." "Hm", unterbrach ihn der Weise, "so laßt
uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, daß
du mir das erzählst?" "Notwendig nun gerade nicht..."
"Also, sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch
notwendig ist, so laß es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."
Sokrates
Ich glaube, daß es ein Ideal gibt, das über der Erde schwebt und sie durchdringt, das Ideal des Paradieses, das keine bloße Schöpfung der Phantasie ist, sondern letzte Wirklichkeit, in der alle Dinge sind und der alle Dinge zustreben. Ich glaube, daß diese Paradiesesvision uns entgegenstrahlt aus dem Sonnenlicht, aus dem Grün der Erde, aus dem fließenden Strom, aus der Fröhlichkeit des jungen Frühlings, aus dem stillen Frieden des Wintermorgens, aus der Schönheit des menschlichen Antlitzes und dem Reichtum menschlicher Liebe. Überall auf der Erde ist der Geist des Paradieses wach und läßt seinen Ruf ertönen. Er dringt an unser inneres Ohr.
Tagore
Der Mensch, dessen Bekanntschaft mit der Welt ihn nicht tiefer geführt hat, als die Naturwissenschaft ihn führen kann,
wird nie verstehen, was der Mensch mit dem Blick der Seele in jenen Naturerscheinungen findet.
Tagore
In welche Weiten mußten meine Augen schweifen,
bis ich sie schloß und sah:
"Hier bist Du!"
Tagore
Als ich, unbekümmert um die große Welt da draußen, mich in meinem Arbeitszimmer einsperrte, entwickelte sich allmählich in mir der Glaube, daß ich unentbehrlich sei. Von allen Mitteln, derer sich die Natur bedient, um den Menschen zur Arbeit zu zwingen, ist dieses stolze Gefühl der Unentbehrlichkeit das wirksamste. Wer nur für Geld arbeitet, arbeitet nur soweit, als sich die Arbeit bezahlt macht; was darüber hinausginge, würde er als Verlust betrachten. Aber wen der Stolz zur Arbeit antreibt, der kann sich nie genug tun.
Ich war so eifrig in meinem Glauben an meine Unentbehrlichkeit, daß ich kaum Atem zu schöpfen wagte. Mein Arzt warnte mich wiederholt und sagte: "Nun hören sie einmal auf und gönnen sich Ruhe!" Aber ich erwiderte: "Wie soll die Sache weitergehen, wenn ich ruhe?" Da versagte meine Gesundheit, die Räder meines Wagens brachen, und er blieb hier unter diesem Fenster liegen. Von hier blickte ich hinaus in den grenzenlosen Raum. Da sah ich den Siegeswagen der Zeit an mir vorbei rollen; seine unzähligen Räder blitzten, kein Staub erhob sich, kein Lärm, nicht einmal eine Spur blieb auf dem Weg zurück. Plötzlich kam ich zur Besinnung. Ich sah klar, daß die Sache auch ohne mich ging. Da war keine Gefahr, daß diese Räder anhielten, oder auch nur im geringsten schleiften, weil irgendein einzelner Mensch fehlte.
- Aber kann man sich so leicht mit dieser Tatsache abfinden? Selbst, wenn ich sie mit Worten zugebe, so wehre ich mich innerlich doch dagegen. Wenn es wirklich ganz gleich wäre, ob ich da bin oder nicht, wie könnte mein Selbstgefühl auch nur einen Augenblick im Weltall Platz finden? Worauf könnte es sich stützen? Bei all der Fülle, von der Zeit und Raum wimmeln, war es doch nicht möglich, dies, - mein Selbst, auszulassen. Die Tatsache, daß ich unentbehrlich bin, wird allein durch die Tatsache gerechtfertigt, daß ich bin.
R. Tagore
Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben!
Leo Tolstoi
Vergangenheit und Zukunft gibt es nicht,
es gibt nur eine unendlich kleine Gegenwart
und die ist jetzt.
Leo Tolstoi
Gott zu ehren, ist gut
besser ist es, ihn zu lieben
am allerbesten aber ist:
Ihn in sich selbst zum Leben zu erwecken.
Leo Tolstoi
Falls der Mensch Gott nicht erkennt und nicht begreift, so hat er noch kein Recht daraus zu schließen, es gäbe keinen Gott.
Die gesetzmäßige Folgerung daraus ist nur die, daß er noch nicht fähig ist, Gott zu erkennen und zu begreifen.
Es gibt nur für den keinen Gott, der ihn nicht sucht.
Suche Ihn, und er wird sich Dir offenbaren.
Leo Tolstoi
Der Tropfen der ins Meer fällt, wird zum Meer,
und die Seele die sich mit Gott vereint, wird zu Gott.
Leo Tolstoi
Wenn Du keinen Menschen töten kannst, - gut
Wenn Du keine Vögel und kein Vieh töten kannst, - besser
Keine Fische und Insekten, - noch besser
Versuche soviel wie möglich zu erreichen,
und frage nicht danach, was möglich ist, oder nicht. -
Tu' was Du mit Deiner Kraft schaffen kannst.
- Das ist alles was zählt.
Leo Tolstoi
Tolstoi, der bekanntlich überzeugter Vegetarier war, erwartete seine fleischessende Tante, die sich immer über das vegetarische Essen in seinem Hause beklagte, zu Besuch. Er hatte ihr versprochen, daß es diesmal Truthahn geben sollte und er führte sie sogleich nach ihrer Ankunft in das Eßzimmer, wo sie das Tier lebend auf ihren Teller gebunden vorfand. Er sagte zu ihr: "Umbringen mußt Du ihn schon selber, wir haben es nicht übers Herz bringen können." worauf der Tante allerdings sehr schnell der Appetit auf das Geflügel verging... und wenn er nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, so lebt er auch noch heute!
Das himmlische Mahl
Ein reicher Mann starb und erwachte im Paradies. Eine reich gedeckte Tafel verhieß wahrhaft himmlische Freuden. Er fragte nach dem Preis der köstlichen Gerichte.
"Alles kostet nur einen Pfennig", war die Antwort.
Der Mann freute sich, denn er war sehr reich. Aber als er vorab bezahlen wollte schüttelte man den Kopf: "Bei uns gilt nur das Geld, das einer verschenkt hat." Da wurde der Mann traurig. Er war plötzlich bettelarm, denn er hatte nie etwas in seinem Leben verschenkt.
aus Asien
Du magst es beschreiben,
also vergeblich.
Male es, es hat keinen Wert.
Wenn die Welt zusammenstürzt,
"Es" ist unzerstörbar.
Zen
Die Seele ist geschaffen an einem Ort zwischen Zeitlichkeit und Ewigkeit, in die beide sie hineinragt. Mit ihren höchsten Kräften rührt sie an die Ewigkeit, aber mit ihren untersten Kräften berührt sie die Zeitlichkeit. Seht, so wirkt sie in der Zeit nicht nach der Zeitlichkeit, sondern nach der Ewigkeit, die sie mit den Engeln gemein hat. In zeitlichen Dingen kann der Heilige Geist nicht ausgeteilt werden. Wenn sich aber der Mensch abkehrt von zeitlichen Dingen und zurück in sich selbst wendet, da nimmt er ein himmlisches Licht wahr,
das von den Himmeln gekommen ist. Niemand kann den rechten Weg gehen, wenn er nicht früher lm Lichte der Betrachtung gesessen hat, wo er gelernt hat, die rechten Wege zu finden; denn alle unsere Werke müssen licht sein und sollen unserem Nächsten in der Dunkelheit leuchten.
Meister Eckhart
Ich trage in meinem Herzen nicht erst Buchstaben zusammen aus vielen Büchern, sondern ich habe den Buchstaben in mir. Liegt doch Himmel und Erden mit allem Wesen, dazu Gott selbst, lm Menschen.
Jakob Böhme
Zu sein ist Wunder genug.
Zu spüren, daß ich bin, hier, in dieser Zeit in diesem Raum
so einmalig und besonders. Eines Tages auf dieser Erde erschienen und später gesagt: Ich bin ich. Das ist Wunder genug. In den unendlichen, leeren Räumen des Universums, lm Wunder des geheimen Ablaufs aller Dinge ist es das größere Wunder, daß ich bin, daß ich die Leere ausfülle
mit dem Wunder des Lebens,daß ich mich selbst erlebe, daß ich um mich weiß und dann nach außen vorstoße und dir begegne. Ich will nicht nach Wundern suchen, sondern mir bewußt machen, daß ich Wunder genug bin. Ich will mich feiern, wie Gott mich feiert.
Ulrich Schaffer
Der Mensch zwischen zwei Polen
Flackernde Herzen
auf den Friedhöfen
der Erde -
und darüber
die ruhigen Sterne.
Zuckendes Feuer
in den Augen des Menschen
und tief innen in ihm
der gelassene Gott.
Martin Gutl
Normalzeit
Keine Bäume entwurzeln, keine Berge versetzen wollten wir. Doch im Lieben und in manchem Kuß
erzittert die Kruste bis ins Jura. Hände vergraben wir im Haar, treiben unsere Blicke über erinnerte Sommer, schwimmen, schwimmen bis ans entfernte Ufer im Herbst. Hinter der Tür, draußen angekommen in einer anderen Zeit, vor der Geschichte geflohen, bin ich, Staub von Erdzeitaltern auf den Brauen, mit feuchten Händen, ohne Ziel. Träume, daß meine Angst einfriert
in der nächsten Eiszeit, über dem Weiß ohne Ende dein warmes Lachen.
Heinz Kattner
Als ich aus sowjetischer Gefangenschaft heimkehrte, schickten wohlmeinende Freunde mich in ein hessisches Städtchen, wo einige weise Damen eine segensreiche Tätigkeit ausübten. Sie lehrten ihre Patienten nämlich "richtig" atmen, sprechen, singen - wobei das "Kommenlassen" des Atem sowie das bewußte Ausatmen, also Goethes zweierlei Gnaden ('die Luft einholen, sich ihrer entladen') als das A und O gesunder Leiblichkeit überhaupt betrachtet wurden. Mir tat diese Atemkur sehr wohl, und als ich sie zwei Wochen lang betrieben hatte, stellte sich eines Tages bei einer Mahlzeit im Kreis der Mit-atmer aus unbedeutendem Anlaß eine solche Nötigung zum Lachen ein, daß die ganze Tischrunde schließlich mit mir lachte, ohne zu wissen, warum. Es war dies der Anfang neugewonnener Daseinsfreude, und mein Leib hatte stellvertretend für die Seele diesen Zugang zur Fröhlichkeit gefunden.
Ich habe Gelegenheit gehabt zu beobachten, wie einseitig intellektuell beanspruchte Studenten, wenn sie "richtig atmen lernten", nahezu andere Menschen wurden; welche Freude es ihnen machte zu entdecken, daß sie nicht nur einen Verstand, sondern auch einen Leib hatten, der es gut mit ihnen meinte, ich sah, wie sie wieder identisch wurden mit sich selbst, plastischer sprachen und dachten als zuvor, überhaupt ihres Daseins und seiner vielfältigen schöpferischen Möglichkeiten neu inne wurden.
Es überraschte mich nicht, in Herrigels 'Kunst des Bogenschießens' zu lesen, daß der richtig Atmende zu physischen Leistungen imstande ist - sozusagen "ohne Anstrengung" -, die ihm rein kräftemäßig nicht möglich wären. In Ostpreußen erzählte mir jemand, es sei kaum glaublich (aber wahr), daß die schweren Elche über ganz dünnes Eis laufen könnten - von ihrem Atem leicht gemacht! Mag bei dieser Behauptung waidmännische Phantasie im Spiele sein, sicher ist, daß jeder von uns eine Treppe anders - nämlich leichter - emporsteigt, wenn er dabei bewußt und 'richtig' atmet.
Der Volksmund spricht von Menschen, die einen "langen Atem" haben. Hier ist genau beobachtet und genau formuliert. Der "lange Atem" gibt Distanz zu den Dingen, ermöglicht ruhiges Abwägen, Leichtigkeit des Denkens, Güte und schlichten leiblichen Frieden. Wo es gelingt, den "langen Atem" umzusetzen in Sprache und Stimme, da wird das Atem-Glück des Gesanges erlebt. Es besteht darin, daß wir von unserer Stimme getragen werden, während wir sie zugleich formen.
Der richtig Atmende hat Haltung. Im Hause meiner bäuerlichen Nachbarn in Westfalen lebt eine über neunzigjährige Frau, die zeit ihres Lebens schwer gearbeitet hat. Mir füllt auf, daß diese Greisin mühelos aufrecht sitzt, ohne Lehne und Polster, Warum kann sie das? Weil sie rhythmisch und tief atmet. Ihr Atem stützt sie.
Richtiges Atmen schafft richtige - das heißt: harmonische - Bewegung, glaubhafte Gebärde, Ein Tanz ist schön, wenn er aus dem Atem geboren wird; er ist häßlich, wenn ungeformter Trieb, verkrampfter Wille ihn hervorbringen.
Der Atem ist Mittler zwischen Leiblichem, Seelischem und Geistigem. Würden wir ihn sein versöhnliches Werk an uns tun lassen, so würden wir vielleicht friedlicher, verstehender, menschlicher miteinander umgehen.
Willy Kramp
Ich möchte endlich den eigenen Körper bewohnen
Mein Rücken ist mir so fremd,
als gehöre er gar nicht mir.
Wie vertraut sind mir die Hüften und der Hals?
Die rechte Hand ist mir vertraut, natürlich.
Aber erst wenn ich Schmerzen habe, werde ich erinnert,
daß es sich nicht um ein austauschbares Instrument handelt.
Mit meiner Zunge lecke ich meine Lippen,
ich werde dadurch meiner Lippen und meiner Zunge inne.
Gaumen und Kehle nehme ich noch wahr,
aber wo sitzt eigentlich mein Magen?
Irgendwann einmal hatte ich Nierenschmerzen.
Wo sitzen eigentlich diese Gebilde?
Ganze Zonen meiner Haut sind entlegene Kontinente,
unerforschtes Gebiet.
Gehört das alles zu meinem Ich?
Habe ich Augen oder bin ich sie?
Bin ich in meinen Nervenbahnen und Poren?
Wenn du meinen Rücken streichelst,
entdecke ich, daß ich dir auch dort antworten kann,
Allmählich beginne ich, meinen Körper zu bewohnen.
Bisher wohnte ich in engen Kammern,
die Fenster waren verhängt,
vor den Fluren und Sälen hatte ich Angst.
Es ist ein wohnliches Haus, das mir gewährt wurde.
Ich werde noch eine Weile brauchen,
bis ich alle Kammern vom Speicher bis zum Keller entdecke.
Ich möchte endlich den eigenen Körper bewohnen.
Otto und Felicitos Betz

Der Engel in dir
Der Engel in dir freut sich über dein Licht
weint über deine Finsternis
Aus seinen Flügeln rauschen Liebesworte
Gedichte Liebkosungen
Er bewacht deinen Weg
Lenkt deinen Schritt
engelwärts
Rose Ausländer
Am Hofe gab es starke Leute und gescheite Leute, der König war ein König, die Frauen waren schön und die Männer mutig, der Pfarrer war fromm und die Küchenmagd fleißig - nur Colombin war nichts, Wenn jemand sagte: 'Komm, Colombin, kämpf mit mir', sagte Colombin: 'Ich bin schwächer als du.' Wenn jemand sagte: 'Wieviel gibt zwei mal sieben?', sagte Colombin: 'Ich bin dümmer als du.' Wenn jemand sagte: 'Getraust du dich, über den Bach zu springen?', sagte Colombin: 'Nein, ich getraue mich nicht.' Und wenn der König fragte: 'Colombin, was willst du werden?', antwortete Colombin: "Ich will nichts werden, ich bin schon etwas, ich bin Colombin."
Peter Bichsel
Ecce Homo
Weniger als die Hoffnung auf ihn
das ist der Mensch
einarmig
immer
Nur der gekreuzigte
beide Arme
weit offen
der Hier-Bin-Ich
Hilde Domin
Niemand
knetet uns wieder aus Erde und Lehm,
niemand bespricht unsern Staub.
Niemand.
Gelobt seist du, Niemand.
Dir zulieb wollen wir blühn.
Dir entgegen.
Ein Nichts waren wir, sind wir, werden wir bleiben, blühend:
die Nichts-, die Niemandsrose.
Mit dem Griffel seelenhell,
dem Staubfaden himmelswüst,
der Krone rot vom Purpurwort,
das wir sagen über,
o über dem Dorn.
Paul Celan
Mit dem rechten Schwerpunkt in der Leibesmitte entdeckt der Mensch den Wurzelraum seines Daseins.
Dies bedeutet aber zweierlei: Der Wurzelraum ist der Raum, auf den man sich niederlassen und verlassen kann, der trägt und einem, vorausgesetzt, daß man sich ihm anvertraut, das Gefühl eines sicheren Haltes vermittelt. Zum anderen aber ist er der Raum, aus dem man hervorwächst. Und je tiefer man in ihm Wurzeln schlägt, umso deutlicher spürt man, daß es einen wie von selbst nach oben wachsen läßt. Wird die Bewegung nach unten, in der man sich in den Schultern losläßt, im Becken niederläßt und dort Wurzeln schlagen läßt, in der rechten Weise vollzogen, so ist sie automatisch mit der Bewegung eines natürlichen nach oben Wachsens verbunden. Man spürt, wie die Kraft, die im Becken aufgeht, vor allem im 'Rücken', aber dann auch im ganzen Leibe nach oben steigt und in einem Freiwerden des oberen Raumes ein Gefühl des Gehobenwerdens erzeugt, Wie von selbst reckt die Wirbelsäule sich empor, und der ganze Oberkörper schwebt gleichsam in einem lebendigen, schwingenden Gleichgewicht auf dem Rumpf. Der gesamte Körper befindet sich im labilen Gleichgewicht. Die so entstehende 'Aufrechte' ist voller Elastizität und Bewegung.
Karifried Graf Dürckheim
Ohne Gott bin ich ein Fisch am Strand,
ohne Gott ein Tropfen in der Glut,
ohne Gott bin ich ein Gras lm Sand
und ein Vogel, dessen Schwinge ruht.
Wenn mich Gott bei meinem Namen ruft,
bin ich Wasser, Feuer, Erde, Luft.
Jochen Klepper
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn. Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise jahrtausendelang; und ich weiß noch nicht: bin ich Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang.
Rainer Maria Rilke
Vom Essen und Trinken
Könntet ihr leben vom Duft der Erde und wie eine Luftpflanze vom Licht erhalten werden! Aber da ihr töten müsst, um zu essen, und dem Neugeborenen die Muttermilch raubt, um euren Durst zu stillen, lasst es eine andächtige Handlung sein.
Und euren Tisch lasst einen Altar sein, auf dem das Reine und Unschuldige des Waldes und des Feldes geopfert wird für das, was im Menschen noch reiner und unschuldiger ist.
Wenn ihr ein Tier tötet, sagt in eurem Herzen zu ihm: "Durch die gleiche Macht, die dich tötet, werde auch ich getötet, und auch ich werde verzehrt werden. Denn das Gesetz, das dich meiner Hand auslieferte, wird mich einer mächtigeren Hand ausliefern. Dein Blut und mein Blut ist nichts als der Saft, der den Baum des Himmels nährt."
Und wenn ihr mit den Zähnen einen Apfel zermalmt, sagt in eurem Herzen zu ihm: "Deine Samen werden in meinem Körper leben, und die Knospen deines Morgens werden in meinem Herzen blühen, und dein Duft wird mein Atem sein, und zusammen werden wir uns aller Jahreszeiten erfreuen."
Von den Kleidern
Eure Kleider verbergen viel von eurer Schönheit, doch verstecken sie nicht das Unschöne.
Könntet ihr der Sonne und dem Wind mit mehr Haut und mit weniger Kleidung begegnen!
Denn der Atem des Lebens ist im Sonnenlicht, und die Hand des Lebens ist im Wind.
Khalil Gibran