Chronische Niereninsuffizienz, CNI, Zystitis, Katzen
Die chronische Niereninsuffizienz
ist eine schleichend fortschreitende Erkrankung der Niere, wobei die Schädigung der Niere irreversibel ist.
Statistiken zeigen, daß 30 % der älteren Hunde und Katzen an CNI erkranken.
Die Nieren verfügen über eine sehr hohe Kompensationsfähigkeit. Erst wenn mehr als 65 -75 % des Nierenfunktionsgewebes zerstört ist, treten die ersten Anzeichen einer Erkrankung auf.
Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung tödlich. Deshalb ist es empfehlenswert, ältere Tiere ab dem 7. Lebensjahr routinemäßig einer Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen.
Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) kann das Endergebnis von sehr unterschiedlichen Krankheitsprozessen sein.
Die Nieren verfügen über eine sehr große Kompensationsfähigkeit, so dass erst bei einer Schädigung von mehr als 75% des Nierenfunktionsgewebes, die Katze erkennbar krank wird, und selbst in diesem Stadium sind die Krankheitszeichen noch sehr subtil.
Die Nierenerkrankung lässt sich nur im Bluttest eindeutig erfassen. Je früher sie erkannt wird, um so erfolgreicher sind die möglichen Therapien.
In der Regel sind ältere Katzen von ihr betroffen, statistisch sind Tiere über 15 Jahre zu 30% von renalen Dysfunktionen betroffen. Doch auch jüngere Tiere
können an ihr erkranken.
Was sind die Anzeichen der CNI?
Im frühen Stadium sind die Krankheitsanzeichen sehr unspezifisch. Im Gegensatz zum Hund, der auffällig wird durch vermehrten Urinabsatz und vermehrter Wasseraufnahme, wird dieses Phänomen nur bei 30 - 40 % der Katzen beobachtet.
Die auffälligsten Anzeichen sind:
Lethargie, Schwäche,
Inappetenz, Gewichtsverlust,
Zahn - und Zahnfleischerkrankungen.
Häufig ist das Fell weniger glänzend und (oder) dünner und sie laufen etwas steif.
Manche Katzen erbrechen häufiger, was auf ein Ansteigen der Stoffwechselprodukte im Blut zurückzuführen ist, die nun von der Niere nicht mehr funktionsgemäß ausgeschleust werden.
Manchmal erblinden die Katzen plötzlich aufgrund von Bluthochdruck.
(Die Niere ist das Regulationsorgan für das Blutdrucksystem.)
Auch wenn die Niereninsuffizienz ein schleichender und ständig fortschreitender Prozeß ist, kann das Krankheitsbild sich sehr plötzlich entfalten.
Ausschlaggebend können oft geringgradige Anlässe sein wie Hungern, Erbrechen, Durchfall, was eine milde Dehydrierung bedingt, die die geschädigte Niere dann nicht mehr in der Lage ist, zu kompensieren. Zu diesen schädigenden Faktoren kann beim vorgeschädigtem Patienten auch eine Narkose gehören. Bei jeder Narkose kommt es zum Blutdruckabfall, der eine Minderdurchblutung der Niere bedingt. Dies kann nur durch eine intravenöse Infusion während der Narkose verhindert werden.
Wie wird die CNI diagnostiziert?
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Niereninsuffizienz.
Die Diagnose der CNI basiert auf einer Chronischen Azetonämie renalen Ursprungs, die länger als zwei Wochen besteht.
Die Tests umfassen Harnanalyse, Harnkultur und ein vollständiges Blutbild.
CNI wird über den Bluttest diagnostiziert. UREA und CREATININ sind die häufigsten Werte, die bestimmt werden. Diese Substanzen werden normalerweise über den Urin ausgeschieden, verbleiben sie vermehrt im Blut, ist das ein Anzeichen der Funktionsstörung der Nieren.
Ein Anstieg von UREA im Blut (Urämie) kann auch nicht-renale Ursachen haben: z.B. Blutverlust, Dehydration (prärenale Störung). Wird die Niere nicht mit ausreichend Blut durchflutet, so kann sie ihre Funktion nicht ausreichend erfüllen und die Giftstoffe verbleiben im Blutkreislauf. Diese Art von Störung kann sehr schnell beseitigt werden, indem durch eine Infusiontherapie das Blutvolumen wieder aufgefüllt wird, und die Niere wieder ihre normale Arbeit aufnimmt.
Urämie entsteht auch, wenn der Abfluß des Urins gestört ist: z.B. durch Blasenentzündung, Harngrieß, Blasensteine (postrenale Störung). Dann treten retrograd die toxischen Stoffwechselprodukte ins Blut zurück. Eine Notfalltherapie wird erforderlich!
Akutes Nierenversagen kann auftreten durch die Aufnahme von Giften. Hier steigen die Urea und Creatininwerte rapide an. Auch hier wird die Niere in der Regel nicht ausreichend mit Blut versorgt, eine sofortige Notfalltherapie muß einsetzen.
Aufgabe der Nieren
Ausscheiden von Stoffwechselprodukten
Ausscheiden von bioaktiven Substanzen (z.B. Gastrin für die Magensäureproduktion)
Regulation des Wasserhaushaltes
Regulation des Säure-Basengleichgewichts
Regulation des Elektrolythaushaltes (Calzium, Phosphat, Kalium)
Hormonproduktion (Renin, Erithropoetin)
Vitamin D-3 Aktivierung
Behandlung der CNI
Die Nierenschädigung muß ausreichend abgeklärt werden. Hierzu dienen weitere Blutuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall und manchmal eine Nierenbiopsie.
Je nach dem Ausmaß der Schädigung können folgende therapeutische Maßnahmen indiziert sein.
Rehydration
Korrektur des Blutsäure- Basenspiegels
Behandlung von Erbrechen, Durchfall
Stimulation des Appetits
Behandlung des Bluthochdrucks
Behandlung der Anämie
Kontrolle von Phosphat, Kalzium
antibakterielle Behandlung
Es sollte versucht werden, die Katze auf ein Diätfutter (z. B. Renal) umzustellen. Die Diättherapie darf nicht mit Gewalt begonnen werden. Sehr wesentlich ist, dass die Katzen in diesem Stadium Futter zu sich nehmen, da sie dehydrieren können, wenn sie nicht fressen, was den Zustand dramatisch verschlimmern kann.
Behandlung des Bluthochdrucks
Bluthochdruck ist eine sehr ernste Komplikation die bei der CNI auftritt. Blutdrucksenkende Medikamente sind erforderlich.
Behandlung der Anämie
Viele Katzen werden anämisch. Das ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die erkrankte Niere nicht ausreichend Erythropoetin produziert, Auch kann es über die Toxine, die nicht mehr mit den Harn ausgeschieden werden können, zu Darmblutungen kommen, oder die roten Blutzellen werden durch die Toxine direkt angegriffen.
Fazit:
Bis dato dienen uns zur Erkennung von Nierenerkrankungen die Bluttests und der Ultraschall. In Amerika wird intensiv geforscht, Parameter zu finden, die uns ermöglichen, die Krankheit noch viel früher zu erkennen. Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, daß Krankheitssymptome erst auftreten, wenn 75% der Niere nicht mehr funktionsfähig ist. Insofern sind regelmäßige Kontrollen bei der älteren Katze ab 7 Jahren anzuraten.
Chronische Niereninsuffizienz bei Kater Joshua
CNI bei Katzen - Was tun bei chronischer Niereninsuffizienz (CNI) und Zystitis ?
Dies ist die traurige Geschichte von Kater Joshua, der nach einem langen Leidensweg über die Regenbogenbruecke ging.

Die traurige Geschichte eines Maine Coon Katers
Unser Kater Joshua
Fast 8 Jahre (umgerechnet 50 Menschenjahre) war Joshua, * 6.2.99, ein eigentlich gesunder
Kater in gutem AZ und EZ, mit 10 kg Gewicht, ohne Stammbaum, (den wir nicht wollten), aber einen Kratzbaum, den mein damaliger Freund und ich uns von einer Maine Coon-Züchterin nach Hause holten.
Felix, Gourmet, Kitekat und Trockenfutter mit viel Sabberei dabei waren seine Lieblingsspeisen.
Auffällig war nur seine Muskelschwäche, was sich in Bewegungsarmut zeigte, verbunden mit sehr viel Schlaf, und extrem viel Durst (tgl. 1/4 l Wasser) sowie vermehrter Haarausfall seines semilangen Fells.
Wegen des exzessiven Trinkens hing Joshua meistens wie ein nasser Sack vor dem Wassernapf... die Katzentoilette musste stets mehrmals am Tag wegen massiver Urinabgabe gereinigt werden und seine asthmatischen Anfälle traten in regelmässigen Abständen auf.
Tierärztliche Vorstellungen in Albersloh ergaben damals jedoch nie - ausser einer Herpes-Infektion - einen klinisch auffälligen Befund.
Tagebuch-Aufzeichnungen
Das CNI-Tagebuch von Kater Joshua, dem süssen Maine Coon Kater,
können Sie hier lesen!

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