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Albrecht Goes, Vita - Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, Die Schritte - Sieben Leben möcht' ich haben - Karl Barths Altersbriefe

Albrecht Goes, Freundschaft, Kleine Schritte, Vita

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Albrecht Goes

'Die Schritte'

Die Schritte

Klein ist, mein Kind, dein erster Schritt,
Klein wird dein letzter sein.
Den ersten gehen Vater und Mutter mit,
Den letzten gehst du allein.

Seis um ein Jahr, dann gehst du, Kind,
Viel Schritte unbewacht,
Wer weiß, was das dann für Schritte sind
Im Licht und in der Nacht?

Geh kühnen Schritt, tu tapfren Tritt,
Groß ist die Welt und dein.
Wir werden, mein Kind, nach dem letzten Schritt
Wieder beisammen sein.

© Albrecht Goes

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'Sieben Leben möcht ich haben ...'

Albrecht Goes zum 100. Geburtstag

Karl Barths Altersbriefe

'Wenn dies das Altern ist:
So weit, so frei sein,
so immer noch in Ja und Nein dabei sein,
so herzlich lachen, so getröstet schweigen,
so sich zum Großen, so zum Kleinen neigen
so nah dem Zeitenton, den Ewig-Psaltern:
wenn dies das Alter ist
komm, laß uns altern!'

Goes starb am 23. Februar 2000 in Stuttgart.

Auf Psalm 8 mit seiner Frage
'Was ist der Mensch?' antwortete Goes:
'Er ist der, der angeredet wird von einem ewigen Ich.
Und, von ihm angeredet, ist er nicht austauschbar.
Er ist Gottes Du; er darf antworten.
Er darf antworten, wie er will. Er kann sagen,
daß diese Welt miserabel eingerichtet ist. Er darf sagen,
daß er auch für das, was sie 'das Paradies' heißen und
'die Wohnung bei Gott', keinen Bedarf hat.
Aber er darf auch das Andere tun.
Er darf das große Erstaunen üben, Erstaunen darüber,
daß er im Gedächtnis Gottes lebt, daß er angenommen ist,
bewacht, in wunderlichen Schrecknissen bewahrt. Er darf danken.
Er darf loben.' (Goes, Ein Lächeln inmitten der Schöpfung, 23).

Literatur

Albrecht Goes, Gruß an Eberhard Busch, in: Herausgeforderte Kirche.
Anstöße, Wege, Perspektiven. Eberhard Busch zum 60. Geburtstag,
hrsg. von Christoph Dahling-Sander, Margit Ernst, Georg Plasger,
Wuppertal 1997, 243f.
Albrecht Goes, Vierfalt. Wagnis und Erfahrung, Frankfurt/M. 1993
(Ausschnitt aus dem Buch-Cover als Bild siehe oben rechts)
Albrecht Goes, Ein Lächeln inmitten der Schöpfung.
Sonntagsgedanken, Eschbach 1996 Das Gedicht 'Karl Barths Altersbriefe' ist abgedruckt in:
Herausgeforderte Kirche, a.a.O., 244.

Demnächst erscheint:
Albrecht Goes, Gedichte, Frankfurt/M. 2008
Helmut Zwanger, Albrecht Goes und seine Begegnung mit Judentum (2008)

Das Gedicht 'Sieben Leben' ist online
veröffentlicht: hier - Externer Link.


Freundschaft



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Albrecht Goes - Vita

Albrecht Goes wurde 1908 im evangelischen Pfarrhaus in Langenbeutingen geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Nach dem frühen Tod seiner Mutter 1911 kam er 1915 zur Großmutter nach Berlin-Steglitz, wo er bis 1919 das Gymnasium besuchte. Von 1919 bis 1922 ging er in Göppingen zur Schule. 1922 trat er in das theologische Seminar in Urach ein und besuchte von 1922 bis 1923 das theologische Seminar in Schöntal. Sein Zimmergenosse dort war Gerd Gaiser. Er legte danach das württembergische Staatsexamen ab und besuchte ab 1924 das Oberseminar in Urach.

Ab 1926 studierte er Germanistik und Geschichte, später Theologie in Tübingen und ab 1928 Theologie in Berlin, wo er von Romano Guardini beeinflusst wurde. Goes wurde 1930 in der Tuttlinger Stadtkirche zum Pfarrer ordiniert und war 1931 Stadtvikar in der Martinskirche in Stuttgart. 1933 trat er seine erste Pfarrstelle in Unterbalzheim bei Illertissen an. Im selben Jahr heiratete er Elisabeth Schneider, mit der er die drei Töchter Christin, Brigitte und Rose hat. Ab 1938 war er Pfarrer in Gebersheim (heute Teilort der Stadt Leonberg).

Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1940 einberufen und zum Funker ausgebildet und danach in Rumänien eingesetzt. 1942 bis 1945 war er als Geistlicher im Lazarett und im Gefängnis in Russland, Polen, Ungarn und Österreich tätig. Nach dem Krieg war er wieder Pfarrer in Gebersheim, bis er 1953 den Pfarrdienst quittierte und von da an als freier Schriftsteller wirkte. Er predigte weiterhin zweimal im Monat. 1954 zog er nach Stuttgart-Rohr um. Er engagierte sich nach dem Krieg gegen die Wiederaufrüstung Deutschlands, zum Beispiel, unter anderem mit Gustav Heinemann, als Unterzeichner des 'Deutschen Manifests' der Paulskirchenbewegung. 1958 wurde er in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen.

Bereits 1932 erschienen mit Verse und dann 1934 mit Der Hirte erste Gedichtbände. 1950 veröffentlichte er die Erzählung Unruhige Nacht. Die 1954 erschienene Erzählung Das Brandopfer thematisiert die Judenverfolgung während des Dritten Reiches anhand einer schlichten Metzgersfrau, die zuletzt durch (die ihr dann verwehrte) Selbstopferung Gerechtigkeit sucht. Das in einfacher Sprache geschriebene Werk gilt bis heute als Beitrag zu Dialog und Versöhnung von Juden und Christen. Dem Autor selbst wurde 1978 für diesen Beitrag die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen. Seine beiden Werke Unruhige Nacht und Das Brandopfer wurden verfilmt.

Um Albrecht Goes, dessen Werk oft mit dem Albrecht Haushofers, Reinhold Schneiders, Rudolf Alexander Schröders oder dem der Gertrud von Le Fort verglichen wird, ist es nach seinem Tod still geworden. Dass er jedoch nicht vergessen ist, zeigen neue Bücher und Neuauflagen zum 100. Geburtstag und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm aus diesem Anlass.

Albrecht Goes wurde am 28. Februar 2000 auf dem Pragfriedhof in Stuttgart bestattet.

Quelle: Wikipedia

 

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